Ein strukturierter 30-Tage-Plan für die Sachkundeprüfung nach § 34i GewO: Themen nach DIHK-Rahmenplan, tägliche Lernziele, Rechentraining und Prüfungssimulationen.
30 Tage sind sportlich, aber machbar – vor allem, wenn du schon Vorkenntnisse aus der Finanz- oder Immobilienbranche mitbringst. Dieser Lernplan orientiert sich am DIHK-Rahmenplan mit seinen drei Bereichen und setzt auf tägliches Üben mit Prüfungsfragen.
Voraussetzungen für den Plan
- Zeit: etwa 1,5 bis 2,5 Stunden pro Tag, am Wochenende gerne mehr.
- Material: Lernunterlagen, Übungsfragen im Prüfungsformat, Gesetzestexte (§ 34i GewO, ImmVermV, BGB-Grundlagen).
- Ehrlichkeit: Wer ganz ohne Vorwissen startet, sollte eher 6–8 Wochen einplanen.
Das Prinzip
Der Rahmenplan umfasst 240 Unterrichtseinheiten: Kundenberatung (60), Fach- und Rechtskenntnisse (70) sowie Finanzierung und Kreditprodukte (110). Entsprechend verteilen wir die Lernzeit. Jeder Tag folgt demselben Muster:
- Neues Thema lernen (45–60 Minuten),
- Übungsfragen zum Thema (30 Minuten),
- Wiederholung der Fehler vom Vortag (15–30 Minuten).
Woche 1: Grundlagen und Recht
| Tag | Thema |
|---|---|
| 1 | Prüfungsaufbau verstehen, Einstiegstest, § 34i GewO: Erlaubnis, Voraussetzungen, Register |
| 2 | BGB-Grundlagen: Rechts- und Geschäftsfähigkeit, Willenserklärung, Vertragsschluss |
| 3 | Vertretung, Vollmacht, Form, Anfechtung, Verjährung |
| 4 | Immobilienerwerb: Kaufvertrag, notarielle Beurkundung, Auflassung, Vormerkung |
| 5 | Grundbuch: Aufbau, Abteilungen I–III, Rang |
| 6 | Grundschuld, Hypothek, Sicherungszweckerklärung, Rückgewähr |
| 7 | Wiederholung Woche 1 + 40 gemischte Übungsfragen |
Woche 2: Verbraucherschutz und Pflichten
| Tag | Thema |
|---|---|
| 8 | Immobiliar-Verbraucherdarlehen: Begriff, vorvertragliche Information, ESIS |
| 9 | Widerruf, Kündigung, Vorfälligkeitsentschädigung |
| 10 | Kreditwürdigkeitsprüfung, Beratungsleistungen, Kopplungsgeschäfte |
| 11 | ImmVermV: Informations-, Beratungs- und Dokumentationspflichten, Vergütung, Interessenkonflikte |
| 12 | Geldwäschegesetz (Identifizierung, wirtschaftlich Berechtigter) und Datenschutz (DSGVO, SCHUFA) |
| 13 | Erbrecht, Güterrecht, Maklerrecht und Erwerbsnebenkosten |
| 14 | Wiederholung + Probeprüfung Teil 1 (60 Minuten) |
Woche 3: Finanzierung und Kreditprodukte
| Tag | Thema |
|---|---|
| 15 | Finanzierungsanlässe, Gesamtkosten, Eigenkapital, Finanzierungsplan |
| 16 | Annuitätendarlehen: Rate, Zins- und Tilgungsanteil, Restschuld |
| 17 | Tilgungsdarlehen, endfälliges Darlehen, Volltilger, variable Darlehen, Cap |
| 18 | Forward-Darlehen, Prolongation, Umschuldung, Sondertilgung |
| 19 | Bausparen, Förderkredite, Zwischenfinanzierung |
| 20 | Beleihung: Verkehrswert, Beleihungswert, Beleihungsauslauf, Wertermittlungsverfahren |
| 21 | Wiederholung + 60 gemischte Übungsfragen aus Teil 2 |
Woche 4: Rechnen, Beratung, Simulation
| Tag | Thema |
|---|---|
| 22 | Haushaltsrechnung, Kapitaldienstfähigkeit, Einkommensnachweise (auch Selbstständige) |
| 23 | Rechentraining: Sollzins vs. effektiver Jahreszins, Disagio, Bereitstellungszinsen |
| 24 | Kundenberatung: Gesprächsphasen, Bedarfsermittlung, Einwandbehandlung |
| 25 | Probeprüfung komplett (150 Minuten) unter Prüfungsbedingungen |
| 26 | Fehleranalyse: schwächsten Bereich gezielt nacharbeiten |
| 27 | Praxisfälle durchspielen (praktischer Teil), Zeit stoppen |
| 28 | Zweite Probeprüfung komplett |
| 29 | Letzte Wiederholung: Lernzettel, Formeln, typische Fallen |
| 30 | Leichter Tag: Unterlagen packen, Anfahrt planen, früh schlafen |
Rechnen täglich trainieren
Plane ab Tag 15 jeden Tag zehn Minuten Rechentraining ein. Die wichtigsten Formeln:
- Monatsrate: Darlehen × (Sollzins + Tilgung) / 12
- Zinsanteil: Restschuld × Sollzins / 12
- Beleihungsauslauf: Darlehen / Beleihungswert × 100 %
- Eigenkapitalquote: Eigenkapital / Gesamtkosten × 100 %
- Haushaltsrechnung: Nettoeinkommen − Lebenshaltung − Verpflichtungen = frei verfügbar
Tipps für mehr Lernerfolg
- Fehlerheft führen: Jede falsch beantwortete Frage notieren und nach drei Tagen wiederholen.
- Multiple Choice ernst nehmen: Bei Fragen mit mehreren richtigen Antworten jede Option einzeln prüfen.
- Laut erklären: Wer ein Thema einem Laien erklären kann, versteht es wirklich – ideal für den praktischen Teil.
- Beide Teile im Blick behalten: Du brauchst in jedem schriftlichen Teil mindestens 50 %.
- Pausen einplanen: Ein freier Halbtag pro Woche verhindert Überlastung.
Wenn du mehr Zeit hast
Mit 6–8 Wochen kannst du jeden Wochenblock auf zwei Wochen strecken und mehr Probeprüfungen einbauen. Das empfiehlt sich besonders für Quereinsteiger ohne Bank- oder Immobilienhintergrund.
So sieht ein typischer Lerntag aus
Beispiel Tag 16 (Annuitätendarlehen):
- 20 Minuten: Fehler vom Vortag wiederholen (Finanzierungsbedarf, Nebenkosten).
- 45 Minuten: Lektion Annuitätendarlehen durcharbeiten, Formeln aufschreiben.
- 15 Minuten: Eigenes Rechenbeispiel erstellen, z. B. 280.000 € zu 3,5 % mit 2 % Tilgung: Rate 280.000 € × 5,5 % / 12 = 1.283,33 €.
- 30 Minuten: 20 Übungsfragen zum Thema, Fehler ins Fehlerheft.
- 10 Minuten: Drei Karteikarten mit den wichtigsten Merksätzen.
Lernkontrolle: Bin ich bereit?
Ein guter Indikator ist deine Quote in den Probeprüfungen. Wenn du in beiden Teilen stabil deutlich über der Bestehensgrenze von 50 % liegst – idealerweise bei 70 % und mehr –, hast du einen komfortablen Puffer für die Aufregung am Prüfungstag. Liegst du knapp an der Grenze, verschiebe den Termin lieber um ein, zwei Wochen, als einen Wiederholungsversuch zu riskieren.
Der Prüfungstag
- Ausweis und zugelassene Hilfsmittel (z. B. Taschenrechner) bereitlegen.
- Rechtzeitig anreisen, um Stress zu vermeiden.
- In der Prüfung zuerst die sicheren Aufgaben lösen, unsichere markieren.
- Bei Rechenaufgaben das Ergebnis auf Plausibilität prüfen.
Lernmethoden, die funktionieren
Aktives Abrufen statt Lesen
Mehrfaches Durchlesen fühlt sich produktiv an, bringt aber wenig. Wirksamer ist es, Wissen aktiv abzurufen: Karteikarten, Übungsfragen, ein Thema frei aus dem Gedächtnis erklären. Jedes Mal, wenn du dich an eine Antwort erinnern musst, festigt sich das Wissen.
Verteilte Wiederholung
Wiederhole Themen in wachsenden Abständen – zum Beispiel nach einem Tag, nach drei Tagen und nach einer Woche. Der Lernplan ist so aufgebaut, dass jede Woche mit einem Wiederholungstag endet.
Mit Fällen lernen
Verknüpfe Theorie mit Praxis: Rechne zu jedem Kreditprodukt ein kleines Kundenbeispiel durch. So bist du auch für den praktischen Teil vorbereitet, in dem du die Theorie in einer Beratungssituation anwenden musst.
Häufige Fragen
Reichen 30 Tage für die §34i Prüfung?
Mit Vorkenntnissen und 1,5 bis 2,5 Stunden Lernzeit pro Tag ist das realistisch. Ohne Vorwissen solltest du eher sechs bis acht Wochen einplanen.
Welcher Bereich ist am wichtigsten?
Finanzierung und Kreditprodukte ist mit 110 von 240 Unterrichtseinheiten der größte Bereich. Da du aber in jedem schriftlichen Teil mindestens 50 % brauchst, darfst du keinen Bereich vernachlässigen.
Wie bereite ich mich auf den praktischen Teil vor?
Spiele Beratungsfälle laut durch, am besten mit einem Lernpartner, und stoppe die Zeit: ca. 20 Minuten Vorbereitung und ca. 20 Minuten Gespräch.
Hinweis: 34iprüfung.de ist eine unabhängige Lernplattform und keine Website einer Industrie- und Handelskammer (IHK) oder der DIHK. Die Inhalte dienen der Prüfungsvorbereitung und stellen keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung dar. Verbindlich sind die Gesetze sowie die Auskünfte deiner zuständigen IHK.
Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung. Verbindliche Informationen zur Prüfung erhältst du bei deiner zuständigen IHK.